ANHANG IV VO (EG) 2009/606
BESONDERE GEMEINSCHAFTLICHE ANALYSEMETHODEN
- A.
- ALLYLISOTHIOCYANAT
- 1.
- Prinzip der Methode
Gaschromatografischer Nachweis des gegebenenfalls im Wein anwesenden Allylisothiocyanats nach destillativer Anreicherung.
- 2.
- Reagenzien
2.1. Ethanol, absolut.
2.2. Standard-Lösung: alkoholische Lösung von Allylisothiocyanat, 15 mg/l abs. Ethanol.
2.3. Kühlmischung: Ethanol und Trockeneis (Temperatur – 60 °C).
- 3.
- Gerätschaften
3.1. Apparatur zur Destillation unter Stickstoff (siehe Abbildung).
3.2. Heizhaube mit Temperaturregelung.
3.3. Durchflussmesser.
3.4. Gaschromatograf mit ECD für Schwefelverbindungen (λ = 394 nm) oder jeder andere geeignete Detektor.
3.5. Edelstahlsäule (innerer Durchmesser: 3 mm, Länge 3 m), gefüllt mit 10 % Carbowax 20 M auf Chromosorb WHP, 80-100 mesh.
3.6. Mikroliterspritze 10 μl.
- 4.
- Durchführung der Bestimmung
2 l Wein werden in den Destillierkolben gegeben. Man gibt einige Milliliter Ethanol (2.1) in die beiden Vorlagen, so dass das poröse Ende für die Gasverteilung der Überleitungsrohre vollständig eintaucht. Die beiden Vorlagen werden durch die Kühlmischung äußerlich gekühlt. Der Destillierkolben wird an die Vorlagen angeschlossen, und durch die Apparatur wird ein Stickstoffstrom (3 Liter/Stunde) geleitet. Der Wein wird dann durch entsprechende Einstellung der Temperatur an der regulierbaren Heizhaube auf 80 °C erhitzt, und anschließend werden 45 bis 50 ml Destillat aufgefangen. Gaschromatografische Bedingungen; folgende Durchführungsbedingungen werden empfohlen:- —
-
Temperatur des Einspritzblocks: 200 °C,
- —
-
Temperatur der Säule: 130 °C,
- —
-
Heliumdurchfluss: 20 ml/Minute.
Destillationsapparat im Stickstoffstrom
- B.
- BESONDERE ANALYSEMETHODEN FÜR REKTIFIZIERTES TRAUBENMOSTKONZENTRAT
- f)
- Mesoinosit, Scylloinosit und Saccharose
- 1.
- Prinzip
Gaschromatografische Bestimmung nach Derivatisierung.
- 2.
- Reagenzien
2.1. Interner Standard: Xylit, 10 g/l (wässrige Lösung, konserviert mit einer Spatelspitze Natriumazid).
2.2. Bis-(trimethylsilyl)-trifluoroacetamid — BSTFA — (C8H18F3NOSi2).
2.3. Chlortrimethylsilan (C3H9ClSi).
2.4. Pyridin p.a. (C5H5N).
2.5. Mesoinosit (C6H12O6).
- 3.
- Gerätschaften
3.1. Gaschromatograf.
3.2.
Fused silica Quarzkapillarsäule: 25 m × 0,3 mm, OV-1, Filmdicke 0,15 μm.
Gaschromatografische Bedingungen:
- —
-
Trägergas: Wasserstoff oder Helium mit etwa 2 ml/Min.,
- —
-
Injektor/Detektor-Temperatur: 300 °C,
- —
-
Temperaturprogramm: 1 Min. bei 160 °C, 4 °C/Min. auf 260 °C, 15 Min. isotherm bei 260 °C,
- —
-
Split: etwa 1:20.
Trägergas: Wasserstoff oder Helium mit etwa 2 ml/Min.,
Injektor/Detektor-Temperatur: 300 °C,
Temperaturprogramm: 1 Min. bei 160 °C, 4 °C/Min. auf 260 °C, 15 Min. isotherm bei 260 °C,
Split: etwa 1:20.
3.3. Integrator.
3.4. Mikroliterspritze 10 μl.
3.5. Mikroliterpipetten: 50, 100 und 200 μl.
3.6. Derivatisierungskölbchen mit Teflonstopfen, 2 ml.
3.7. Trockenschrank.
- 4.
- Durchführung der Bestimmung
Etwa 5 g RTK werden in ein 50-ml-Messkölbchen eingewogen und mit 1 ml des internen Standards (2.1) versetzt. Man füllt mit Wasser zur Marke auf und mischt. 100 μl dieser Lösung werden in einem 2-ml-Derivatisierungskölbchen (3.6) mittels eines schwachen Luftstromes zum Trocknen gebracht. Um das Eindampfen zu erleichtern, können vorher 100 μl absoluter Alkohol zugesetzt werden. Der Rückstand wird in100 μl Pyridin (2.4) aufgenommen. Man fügt dann 100 μl BSTFA (2.2) und 10 μl Chlortrimethylsilan (2.3) hinzu. Das Kölbchen wird mit dem Teflonstopfen verschlossen und 1 Stunde bei 60 °C im Trockenschrank erhitzt. 0,5 μl der Lösung werden mittels Heißnadel-Injektionstechnik bei dem oben angegebenen Splitverhältnis eingespritzt.
- 5.
- Ermittlung der Responsefaktoren
5.1. Man stellt eine Standardlösung mit: 60 g/l Glucose, 60 g/l Fructose, 1 g/l Mesoinosit und 1 g/l Saccharose. 5 g dieser Lösung werden eingewogen und wie unter Punkt 4 beschrieben weiterbehandelt. Aus dem erhaltenen Chromatogramm werden die Responsefaktoren für Mesoinosit und Saccharose gegenüber Xylit berechnet. Scylloinosit, das nicht im Handel erhältlich ist, hat eine Retentionszeit, die zwischen der des letzten Peaks der Glucoseanomere und der des Mesoinosits liegt (siehe Abbildung). Zur Berechnung verwendet man den Responsefaktor des Mesoinosits.
- 6.
- Angabe der Ergebnisse
6.1.
Mesoinosit und Scylloinosit werden in mg/kg Gesamtzucker angegeben.
Saccharose wird in g/kg RTK angegeben.
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