ANHANG VO (EU) 2019/1841

EINZIGES DOKUMENT

1.
Name(n)

„Vlees van het rood ras van West-Vlaanderen”

2.
Mitgliedstaat oder Drittland

Belgien

3.
Beschreibung des Agrarerzeugnisses oder Lebensmittels

3.1.
Art des Erzeugnisses

Fleisch (und Schlachtnebenerzeugnisse), frisch

3.2.
Beschreibung des Erzeugnisses, für das der unter Punkt 1 aufgeführte Name gilt

Der Name „Vlees van het rood ras van West-Vlaanderen” darf ausschließlich für frisches Fleisch von weiblichen Tieren im Alter von 3,5 bis 8 Jahren und Ochsen im Alter von 2 bis 3,5 Jahren verwendet werden, die zur Rinderrasse „Rood” gehören und in der Provinz Westflandern gezüchtet und aufgezogen wurden. Die Schlachtkörper müssen folgende Eigenschaften aufweisen:
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Gewicht: mindestens 380 kg

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Fleischigkeit: S, E, U, R, O der SEUROP-Klassifikation für Rinder

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Fettgewebeklasse: 2, 3, 4 oder 5.

Das Fleisch ist dunkelrot, leicht und fein marmoriert und feinfaserig. Das Fleisch hat einen vollmundigen, intensiven Geschmack; das feine Fettgewebe sorgt für eine cremige Note.

3.3.
Futter (nur für Erzeugnisse tierischen Ursprungs) und Rohstoffe (nur für Verarbeitungserzeugnisse)

Das Raufutter (Gras und Grünlanderzeugnisse), das an die Ochsen und Kühe der Rinderrasse „Rood” verfüttert wird, stammt zu 75 bis 100 % aus dem geografischen Gebiet und hauptsächlich aus betriebseigener Erzeugung. In bestimmten Lebensphasen erhalten die Rinder zusätzlich einen geringen Anteil Kraftfutter. Im Sommer grasen die Rinder auf der Weide, sobald und solange die Witterung dies zulässt — durchschnittlich sieben Monate, von April bis November. Im Winter besteht das Futter hauptsächlich aus lokal gewonnenen Grünlanderzeugnissen: Heulage und Heu. Die Grünlanderzeugnisse werden auf dem Hof produziert, bei Bedarf kann jedoch lokal, d. h. innerhalb des geografischen Gebiets, erzeugtes Futter, zugekauft werden. Nur bei extremen Witterungsbedingungen (Trockenheit oder übermäßiger Regen) kann in begrenztem Umfang Futter aus benachbarten Gebieten gekauft werden. Jährlich macht dieses Futter, das von außerhalb des geografischen Gebiets stammt, 30 % bis höchstens 50 % der verfütterten Trockensubstanz aus und hat keine Auswirkungen auf die besonderen Merkmale des Fleischs. Ergänzend zu den Grünlanderzeugnissen erhalten die Rinder im
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Sommer (und nur bei Bedarf): lokal erzeugtes Raufutter (wie Mais, Pressschnitzel, Trester, Kartoffeln, Stroh usw.);

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Winter: Raufutter und täglich maximal 0,5 kg Kraftfutter pro 100 kg Lebendgewicht.

Das genannte ergänzende Raufutter stammt überwiegend aus betriebseigener Erzeugung, kann bei Bedarf aber auch zugekauft werden. Es stammt zu 75 bis 100 % aus dem geografischen Gebiet. Die Endmastphase dauert maximal fünf Monate. Dabei wird täglich höchstens 1 kg Kraftfutter pro 100 kg Lebendgewicht zugefüttert. Das Kraftfutter enthält Getreide und wird unter anderem mit Leinkuchen, Futterrüben, Kartoffeln usw. ergänzt. Die Endmast kann sowohl im Anbinde- oder Laufstall als auch auf der Weide erfolgen.

3.4.
Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen

Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Zerteilung finden im geografischen Gebiet statt.

3.5.
Besondere Vorschriften für Vorgänge wie Schneiden, Reiben, Verpacken usw. des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen

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3.6.
Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen

Das Etikett enthält den eingetragenen Namen „Vlees van het rood Ras van West-Vlaanderen” und das EU-Logo.

4.
Kurzbeschreibung der Abgrenzung des geografischen Gebiets

Das geografische Gebiet umfasst die belgische Provinz Westflandern.

5.
Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet

5.1.
Besonderheit des geografischen Gebiets

Westflandern eignet sich für die traditionelle Landwirtschaft mit landwirtschaftlichen Mischbetrieben. Diese Provinz wird wie folgt beschrieben: „Westflandern liegt im Tiefland […]. Unter dem Einfluss eines sehr günstigen Meeresklimas besteht der Boden größtenteils aus sehr nährstoffreichen landwirtschaftlichen Flächen: Hinter dem Dünengürtel liegt das eingedeichte Land mit seinen schweren Marschböden; die Südhälfte der Provinz besteht aus fruchtbarem Sand-Lehm-Boden, während sich das Sandgebiet auf das Dreieck Brügge-Torhout-Tielt beschränkt. Außer im Sandgebiet steht den westflämischen Landwirten eine breite Palette an Möglichkeiten für Bodennutzung und Fruchtfolge offen.” Die Viehzucht spielte in Westflandern dank der Nähe zur Nordsee und des typischen Meeresklimas von jeher eine wichtige Rolle. Das Meeresklima wird stark durch den warmen Golfstrom im Atlantik geprägt. Dadurch gibt es in Westflandern selten extrem kalte oder extrem heiße Tage. In Kombination mit der höchsten Sonnenstundenzahl in Belgien ist dies sehr günstig für das üppige Wachstum von Gras und Grünlanderzeugnissen, der wichtigsten Futterquelle der Rinderrasse „Rood” . Das nährstoffreiche Gras sorgt für schmackhaftes Rindfleisch mit cremiger Note. Die Halter der Rinderrasse „Rood” in Westflandern geben ihr Know-how von Generation zu Generation weiter: Die Tiere dürfen im Freien grasen, solange das Wetter es erlaubt, und werden hauptsächlich mit Raufutter aufgezogen. Zudem erreichen sie ein höheres Schlachtalter als Rinder anderer Fleischrassen. Die westflämischen Viehhalter führen landwirtschaftliche Mischbetriebe in enger Anlehnung an die lokale Tradition, die sich den geografischen und klimatischen Bedingungen angepasst haben. Neben der Viehzucht wird auch Ackerbau betrieben. So werden Weizen, Gerste, Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais angebaut, die traditionell auch als Raufutter für diese Rinderrasse verwendet werden.

5.2.
Besonderheit der Rasse

Schon seit Hunderten von Jahren grast Rotvieh in Westflandern und im nördlichen Teil von Französisch-Flandern. Um 1770 war die Region ein homogenes Zuchtzentrum für Rotvieh. Ihr Anteil betrug dort 95 % des gesamten Viehbestands. Nach der Unabhängigkeit Belgiens im Jahr 1830 ergab sich durch die unterschiedliche Viehzuchtpolitik des französischen und des belgischen Staats eine Aufspaltung der Rasse. In Frankreich lag der Schwerpunkt auf Milchvieh; so entstand die Rasse „Rouge des Flandres” , auch „Casseloise” genannt. In Westflandern hielt man weiter an der Zweinutzungsrasse fest. 1906 wurde ein regionaler Zuchtverband für das Führen eines Herdbuchs für ganz Westflandern unter der Bezeichnung „het rood Vlaams ras” (zu Deutsch: Rotes Flämisches Rind), später umbenannt in „het rood ras van West-Vlaanderen” (zu Deutsch: Rote Rinderrasse aus Westflandern), gegründet. In diesem neuen Namen kommt das klar umrissene Zuchtgebiet, nämlich die belgische Provinz Westflandern, klar zum Ausdruck. Die Provinz Westflandern hat sich ab Anfang des 20. Jahrhunderts bewusst für eine einzige Rasse innerhalb ihrer Grenzen entschieden. Bis in die 1970er-Jahre gehörten in Westflandern bis zu 80 % aller Rinder der Roten Rinderrasse an. Die Rasse blieb erhalten, weil sich einige westflämische Landwirte bewusst für die besondere Fleischqualität dieser Tiere entschieden. 1994 befanden sich immer noch 99,6 % der Rinder dieser Rasse in Westflandern. Jüngeren Zahlen zufolge liegt dieser Anteil derzeit noch über 95 %. 1991 wurde mit dem Ministerialdekret zur Verbesserung der Rinderrassen der amtliche Name der Rasse als „het Rood ras von België” (Rote Rinderrasse aus Belgien) festgelegt. Im Jahr 2007 wurde der Name nach der Aufhebung des Dekrets in „Rood” ( „Rot” ) geändert.

5.3.
Besonderheiten des Fleischs

Aus der Kombination der besonderen Eigenschaften der Rasse und der geografischen Besonderheiten der Provinz Westflandern geht eine charakteristische Fleischsorte hervor. Die Rinderrasse „Rood” hat sich über die Jahrhunderte hinweg an das vor Ort herrschende milde Meeresklima und die Früchte des fruchtbaren Bodens in der Provinz Westflandern angepasst. Dem Volksmund zufolge können die Tiere dieser Rinderrasse wie keine andere belgische Rinderrasse Gras in Fleisch umsetzen. Die Tiere bleiben so lange wie möglich auf den westflämischen Weiden und erhalten zudem im Winter abwechslungsreiches, lokal erzeugtes Raufutter. Das Fleisch „Vlees van het rood ras van West-Vlaanderen” unterscheidet sich von anderem belgischen Rindfleisch durch seinen vollmundigen, kräftigen Fleischgeschmack. Dank der feinen Marmorierung erhält das Fleisch eine zusätzliche cremige Geschmacksnote. Außerdem ist das Fleisch äußerst zart, ohne an Geschmack einzubüßen. Diese Zartheit verdankt es der feinen, äußerst feinfaserigen Fleischstruktur. Das Fleisch hat eine schöne dunkelrote Farbe. Die Rasse, das lokale Grünfutter und das hohe Schlachtalter sind Garant für die besondere Fleischqualität des Fleisches „Vlees van het rood ras van West-Vlaanderen” .

5.4.
Zusammenhang zwischen dem geografischen Gebiet und den besonderen Merkmalen des Erzeugnisses

Die Rinderrasse „Rood” und die Provinz Westflandern sind schon seit Jahrhunderten miteinander verknüpft. Zum geografischen Gebiet gehören sowohl das umfassende Know-how der lokalen Viehhalter und die gute Herdbuchführung als auch die besonderen Witterungs- und Bodenbedingungen. Die Tatsache, dass das Futter der Rinder zu einem großen Anteil aus lokal gewonnenen Grünlanderzeugnissen besteht, wirkt sich positiv auf den Fleischgeschmack aus. Durch das günstige Meeresklima kann das Gras das ganze Jahr über wachsen. Dies bewirkt einen hohen Muskelansatz und saftiges feinfaseriges Fleisch. Die Fleischqualität ist besonders hoch, da die Tiere schon von jung an die Möglichkeit haben, sich viel auf der Weide zu bewegen und Muskelmasse aufzubauen. Außerdem haben die Kühe mehrmals gekalbt. Durch das Abkalben und Säugen wird natürliches Fett im Fleisch gebildet, das dann für den cremigen Geschmack des Fleisches „Vlees van het rood ras van West-Vlaanderen” sorgt. Dank des höheren Schlachtalters hatten die Tiere genügend Zeit, auf der Grundlage des hochwertigen lokal erzeugten Futters zu wachsen und Muskelmasse aufzubauen. Infolgedessen ist das Fleisch dieser kräftigen roten Rinder zart und wohlschmeckend. Auch bei den Ochsen der Rinderrasse „Rood” findet ein solcher Muskelaufbau statt. In herkömmlichen Fleischviehbetrieben erhalten männliche Tiere fast nie die Chance, so alt zu werden. Die meisten männlichen Rinder werden nach gängiger Praxis in der Fleischviehhaltung bereits mit 20 Monaten geschlachtet. Bei Ochsen der Rinderrasse „Rood” beträgt das Schlachtalter 2 bis 3,5 Jahre. So können die Tiere viel Muskelmasse entwickeln und es entsteht ein zartes, fein marmoriertes Enderzeugnis. Ein weiterer wichtiger Unterschied zur gängigen Praxis ist auch, dass die Rinder dieser Rasse so viel Auslauf wie möglich haben und statt mit Kraftfutter und Mais eher mit Grünlanderzeugnissen und Raufutter aus Westflandern aufgezogen werden. Von der Qualität des Fleisches „Vlees van het rood ras van West-Vlaanderen” zeugen die vielen Erwähnungen auf alten und jüngeren Speisekarten und in der gastronomischen Fachliteratur. Im Jahr 2012 wurden „Vlees van het rood ras van West-Vlaanderen” als traditionelles flämisches Regionalerzeugnis anerkannt. Heute wird Fleisch von Rindern der Rasse „Rood” , die in der Provinz Westflandern gezüchtet und aufgezogen wurden, in der Spitzengastronomie in der Provinz Westflandern und in Belgien sehr geschätzt, und auch im Ausland besteht Nachfrage nach diesem Qualitätserzeugnis.

Hinweis auf die Veröffentlichung der Spezifikation

(Artikel 6 Absatz 1 Unterabsatz 2 der vorliegenden Verordnung)

https://lv.vlaanderen.be/sites/default/files/attachments/productdossier_vlees_van_het_rood_ras_van_west-vlaanderen_0.pdf

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