ANHANG II RL 2025/2360/EU
METHODEN
Teil A: Methode für die Festlegung der Anzahl und Lage der Probenahmestellen und für die Stichprobenerhebung
| Tätigkeit | Methodische Mindestkriterien |
|---|---|
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Die Stichprobenerhebung wird anhand einer umfassenden Stichprobengrundlage mit den besten verfügbaren Informationen über die Verteilung der Bodeneigenschaften konzipiert, etwa mit Informationen aus relevanten Messungen gemäß Artikel 9 Absätze 3 und 4. Die Stichproben werden mittels geschichteter Zufallsstichproben erhoben, die nach besten verfügbaren Informationen über die Variabilität der Bodendeskriptoren optimiert werden, und die Schichtung beruht auf den Bodeneinheiten gemäß Artikel 4 Absatz 2. Probenahmestellen im Zusammenhang mit Messungen gemäß Artikel 9 Absatz 4 können ganz oder teilweise im Probenahmeplan berücksichtigt werden, unabhängig von ihrer Konzeption. Anzahl und Lage der Probenahmestellen repräsentieren die Variabilität der gewählten Bodendeskriptoren innerhalb der Bodeneinheiten mit einer maximalen Abweichung (Variationskoeffizient) von 5 %. Räumliche Verteilung und Größe der Stichprobe werden per Anwendung geeigneter Verfahren (beispielsweise des Bethel-Algorithmus — Bethel, 1989(1)), mit denen der maximal zulässige Schätzfehler berücksichtigt werden kann, festgelegt. Die von den Mitgliedstaaten für jeden Überwachungszyklus konzipierte Stichprobenerhebung kann sich ändern oder unverändert bleiben. Gemäß Artikel 24 Absatz 1 Buchstabe a sind zur Festlegung der Anzahl und Lage der Probenahmestellen weitere Einzelheiten vorzulegen. |
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Es werden genaue Probenahmestellen beprobt, sofern nicht hinreichend begründete Umstände einer Probenahme an den Stellen entgegenstehen, z. B. bei mit Wasser gesättigtem Boden oder einem hohen Steingehalt. Bei der Entnahme von Boden-Mischproben muss es sich um eine Mischung aus mindestens fünf Teilproben handeln. Bei der Beprobung von Boden in nicht bewaldeten Gebieten werden die Streuschicht und die organischen Auflagenhorizonte von der Oberfläche entfernt. Bei der Beprobung von Boden in bewaldeten Gebieten wird der Waldboden, gegebenenfalls unterteilt in Streuschicht und weitere organische Auflagehorizonte, getrennt beprobt, und es werden die Mächtigkeit und das Gewicht aufgezeichnet. Proben oder Teilproben für die Mischprobe werden soweit möglich bis zu einer Tiefe von mindestens 30 cm des Bodens entnommen. Die Informationen wie Bodentyp und nach Möglichkeit genetische Bodenhorizonte werden aufgezeichnet. Teilproben werden miteinander gemischt, um eine homogene Mischprobe zu erhalten. Die Probenahme kann nach fester Tiefe oder nach Horizont erfolgen, die Daten sind jedoch nach fester Tiefe zu melden. Trockenrohdichteproben sind ungestörte Proben, die in der entsprechenden Tiefe, einschließlich unter 30 cm für Unterboden, entnommen werden. Proben im Zusammenhang mit der Bodenverdichtung (gesättigte hydraulische Leitfähigkeit und Luftkapazität) können dieselben ungestörten Proben sein wie die Proben, die für die Trockenrohdichte entnommen werden. Wenn ein hoher Gehalt an Grobbodenfragmenten im Boden die Entnahme von Proben verhindert, kann die Probenahme an diesem Ort ohne Messung der Trockenrohdichte erfolgen. Gemäß Artikel 24 Absatz 1 Buchstabe a sind zur Feldstichprobenerhebung, einschließlich des Umgangs mit spezifischen Situationen wie seicht-/flachgründigen Böden und unterschiedlichen Probenahmetiefen, weitere Einzelheiten vorzulegen. |
Teil B: Methode zur Bestimmung oder Schätzung der Werte der Bodendeskriptoren
Wird in der nachstehenden Tabelle eine Referenzmethode aufgeführt, so sind gemäß Artikel 9 die folgenden Methoden zu verwenden:- —
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die Referenzmethode,
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eine Methode, die der Referenzmethode gleichwertig ist, oder
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eine andere Methode, sofern sie in der wissenschaftlichen Literatur verfügbar oder öffentlich zugänglich ist und eine validierte Transferfunktion dafür verfügbar ist.
| Bodendeskriptor | Referenzmethode | Methodische Mindestkriterien | Validierte Transferfunktion erforderlich (bei Anwendung einer anderen als der Referenzmethode)? |
|---|---|---|---|
| Bodentextur (Ton-, Schluff- und Sandgehalt — für die Bestimmung anderer Deskriptoren und damit verbundener Wertebereiche erforderlich) | ISO 11277 Bestimmung der Korngrößenverteilung in Mineralböden — Verfahren mittels Sieben und Sedimentation | Nicht zutreffend | JA |
| Elektrische Leitfähigkeit |
Option 1: ISO 11265 Bestimmung der spezifischen elektrischen Leitfähigkeit; Option 2: Messung anhand gesättigter Bodenpaste (Bodensättigungsextrakt, eEC) (FAO SOP: GLOSOLAN-SOP-08(2)) |
Nicht zutreffend | JA |
| Bodenerosionsrate |
Bei der Schätzung der Bodenerosionsrate sind sämtliche Maßnahmen zu berücksichtigen, die zur Minderung oder Kompensierung des Erosionsrisikos ergriffen wurden, einschließlich Maßnahmen zur Minderung der Bodenerosion nach Bränden. Die Schätzung der Bodenerosionsrate umfasst alle relevanten Erosionsprozesse wie Erosion durch Wasser, Wind, Ernte und Bodenbearbeitung. Die wasserbedingte Bodenerosion wird anhand folgender Faktoren bewertet:
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Nicht zutreffend | |
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Die windbedingte Bodenerosion wird anhand folgender Faktoren bewertet:
Bodenerosion durch Bewirtschaftungspraktiken wie Bodenbearbeitung oder Entnahme von Biomasse wird quantitativ bewertet auf der Grundlage einer Methode, die entweder in der wissenschaftlichen Literatur verfügbar oder öffentlich zugänglich ist. |
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| Organischer Bodenkohlenstoff |
ISO 10694 Bestimmung von organischem Kohlenstoff und Gesamtkohlenstoff nach trockener Verbrennung, wobei sicherzustellen ist, dass der gesamte Kohlenstoff verbrannt wird Der organische Bodenkohlenstoff wird berechnet, indem der Gesamtkohlenstoffgehalt bestimmt wird und der Kohlenstoff in Carbonaten abgezogen wird, der wiederum nach ISO 10693 zu bestimmen ist. |
Nicht zutreffend | JA |
| Bestand an organischem Bodenkohlenstoff | Methode gemäß Anhang V der Verordnung (EU) 2018/1999 im Einklang mit den IPCC-Richtlinien für nationale Treibhausgasinventare von 2006 | Nicht zutreffend | JA |
| Trockenrohdichte im Unterboden |
ISO 11272 Bestimmung der Trockenrohdichte Wird ein gleichwertiger Parameter gewählt, so wird entweder eine europäische oder eine internationale Norm angewandt, sofern verfügbar; ist keine derartige Norm verfügbar, so muss die gewählte Methode entweder in der wissenschaftlichen Literatur verfügbar oder öffentlich zugänglich sein. |
Die Methode darf je nach Anteil grober Fragmente verfeinert werden. | JA |
| Extrahierbarer Phosphor |
Bevorzugt: ISO 11263 Bestimmung von Phosphor — Spektrometrische Bestimmung des natriumhydrogencarbonatlöslichen Phosphors (P-Olsen-Methode) Alternativ können andere Methoden angewandt werden. |
Nicht zutreffend | JA |
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Schwermetalle: ISO 54321: Königswasser Fakultativ: bioverfügbare Anteile von Kontaminanten, etwa ISO 17586 unter Verwendung von verdünnter Salpetersäure. |
Andere Kontaminanten als Schwermetalle: Anwendung europäischer oder internationaler Normen, sofern verfügbar; ist keine derartige Norm verfügbar, so muss die gewählte Methode entweder in der wissenschaftlichen Literatur verfügbar oder öffentlich zugänglich sein. |
Schwermetalle: JA Andere Kontaminanten als Schwermetalle: nicht zutreffend, wenn keine europäischen oder internationalen Normen verfügbar sind |
| Wasserspeicherkapazität des Bodens, Luftkapazität und gesättigte hydraulische Leitfähigkeit |
Methode zur Bestimmung des Wertes für eine Probenahmestelle:
Option 1: LABOR: ISO 11274 Bestimmung des Wasserrückhaltevermögens — Laborverfahren Option 2: SCHÄTZUNG: Anwendung der Pedotransferfunktionen, die Eingabevariablen wie Korngrößenverteilung, Trockenrohdichte, Gehalt an organischem Bodenkohlenstoff erfordern |
Mindestkriterien für die Schätzung der Gesamtwasserspeicherkapazität, der Luftkapazität und der gesättigten hydraulischen Leitfähigkeit einer Bodeneinheit oder auf Ebene von Einzugsgebieten oder Teileinzugsgebieten:
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JA (Wert für Probenahmestelle) |
Option 1: LABOR: ISO 17313 Bestimmung der gesättigten hydraulischen Leitfähigkeit — Ton- und Schlufffraktion Option 2: SCHÄTZUNG: Anwendung der Pedotransferfunktionen, die Eingabevariablen wie Korngrößenverteilung, Trockenrohdichte oder Gehalt an organischem Bodenkohlenstoff erfordern |
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| Stickstoff im Boden |
Option 1: ISO 11261 Bestimmung von Gesamt-Stickstoff — Modifiziertes Kjeldahl-Verfahren Option 2: ISO 13878 Bestimmung des Gesamt-Stickstoffs durch trockene Verbrennung |
Nicht zutreffend | JA |
| Bodensäure | ISO 10390 Bestimmung des pH-Wertes im H2O, KCl und CaCl2-Auszug | Nicht zutreffend | JA |
| Basensättigung und Konzentrationen von austauschbarem Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium | ISO 11260 Bestimmung der effektiven Kationenaustauschkapazität und der Basensättigung unter Verwendung von Bariumchloridlösung | Nicht zutreffend | JA |
| Trockenrohdichte im „Oberboden” (A-Horizont(3)) | ISO 11272 Bestimmung der Trockenrohdichte | Die Methode darf je nach Anteil grober Fragmente verfeinert werden. | JA |
| Bodendeskriptoren in Verbindung mit Bodenbiodiversität und biologischer Aktivität | Anwendung europäischer oder internationaler Normen, sofern verfügbar; ist keine derartige Norm verfügbar, so muss die gewählte Methode entweder in der wissenschaftlichen Literatur verfügbar oder öffentlich zugänglich sein. | Nicht zutreffend |
Teil C: methodische Mindestkriterien für die Ermittlung der Werte der Indikatoren für Bodenversiegelung und Bodenabtrag
Die Methoden für die Indikatoren für Bodenversiegelung und Bodenabtrag entsprechen den Begriffsbestimmungen in Artikel 3 und Anhang I. Bei diesen Methoden werden mindestens die Copernicus-Dienste oder vorzugsweise die am besten verfügbaren Daten verwendet, einschließlich Fernerkundungsbilder, gegebenenfalls ergänzt durch nationale Inventare. Bei den Indikatoren für Siedlungsgebiete können die Mitgliedstaaten die im Rahmen der Verordnung (EU) 2018/841 erhobenen Daten verwenden, sofern diese Daten auf Bodenbezirksebene gemeldet werden. Die gewählten Methoden müssen entweder in der wissenschaftlichen Literatur verfügbar oder öffentlich zugänglich sein.Fußnote(n):
- (1)
Bethel, J. 1989. „Sample Allocation in Multivariate Surveys” . Survey Methodology 15: 47-57.
- (2)
https://www.fao.org/3/cb3355en/cb3355en.pdf.
- (3)
Im Sinne der FAO Guidelines for Soil Description, Kapitel 5 (https://www.fao.org/3/a0541e/a0541e.pdf).
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