Unteranhang 6b RDE3 (VO (EU) 2017/1151)

Korrektur der CO2-Ergebnisse anhand der Sollgeschwindigkeit und der Strecke

1.
Allgemeines

In diesem Unteranhang 6b sind die besonderen Bestimmungen für die Korrektur der CO2-Prüfergebnisse für Toleranzen anhand der Sollgeschwindigkeit und der Strecke festgelegt. Dieser Unteranhang 6b findet nur auf reine ICE-Fahrzeuge Anwendung.

2.
Messung der Fahrzeuggeschwindigkeit

2.1. Die tatsächliche/gemessene Fahrzeuggeschwindigkeit (vmi in km/h), die sich aus der Rollengeschwindigkeit des Rollenprüfstands ergibt, ist bei einer Frequenz von 10 Hz zu messen und zusammen mit der tatsächlichen Zeit für die Istgeschwindigkeit festzuhalten.

2.2. Die Sollgeschwindigkeit (vi in km/h) zwischen den Zeitmesspunkten in den Tabellen A1/1 bis A1/12 in Unteranhang 1 ist mithilfe einer linearen Interpolationsmethode bei einer Frequenz von 10 Hz zu bestimmen.

3.
Korrekturverfahren

3.1.
Berechnung der tatsächlichen/gemessenen Leistung und der Sollleistung an den Rädern

Die Leistung und die Kräfte an den Rädern, die sich aufgrund der Sollgeschwindigkeit und der tatsächlichen/gemessenen Geschwindigkeit ergeben, sind anhand folgender Gleichungen zu berechnen:Fif0f1ViVi12f2ViVi124TMmraiPiFiViVi13,620,001Fmif0f1VmiVmi12f2VmiVmi124TMmramiPmiFmiVmiVmi13,620,001aiViVi13,6titi1amiVmiVmi13,6titi1 Dabei gilt:
Fi
ist die Sollantriebskraft während des Zeitraums (i – 1) bis (i) (in N)
Fmi
ist die tatsächliche/gemessene Antriebskraft während des Zeitraums (i – 1) bis (i) (in N)
Pi
ist die Sollleistung während des Zeitraums (i – 1) bis (i) (in kW)
Pmi
ist die tatsächliche/gemessene Leistung während des Zeitraums (i – 1) bis (i) (in kW)
f0, f1, f2
sind die Fahrwiderstandskoeffizienten aus Unteranhang 4, N, N/(km/h), N/(km/h)2
Vi
ist die Sollgeschwindigkeit zum Zeitpunkt (i) (in km/h)
Vmi
ist die tatsächliche/gemessene Geschwindigkeit zum Zeitpunkt (i) (in km/h)
TM
ist die Prüfmasse des Fahrzeugs (in kg)
mr
ist die gleichwertige effektive Masse der rotierenden Bauteile gemäß Absatz 2.5.1. des Unteranhangs 4 (in kg)
ai
ist die Sollbeschleunigung während des Zeitraums (i – 1) bis (i) (in m/s2)
ami
ist die tatsächliche/gemessene Beschleunigung während des Zeitraums (i – 1) bis (i) (in m/s2)
ti
ist die Zeit (in s)

3.2. Im nächsten Schritt wird eine anfängliche POVERRUN,1 anhand folgender Gleichung berechnet: POVERRUN,1 = – 0,02 × PRATED Dabei gilt:
POVERRUN,1
ist die anfängliche Überlastleistung (in kW)
PRATED
ist die Nennleistung des Fahrzeugs (in kW)

3.3. Alle für Pi und Pmi berechneten Werte unter POVERRUN,1 müssen auf POVERRUN,1 gesetzt werden, damit negative Werte ausgeschlossen werden können, die für die CO2-Emissionen irrelevant sind.

3.4. Die Werte für Pm,j müssen für jede einzelne WLTC-Phase anhand folgender Gleichung berechnet werden:Pm,jtendt0Pmin Dabei gilt:
Pm,j
ist die mittlere tatsächliche/gemessene Leistung der betrachteten Phase j (in kW)
Pmi
ist die tatsächliche/gemessene Leistung während des Zeitraums (i – 1) bis (i) (in kW)
t0
ist die Zeit am Anfang der betrachteten Phase j (in s)
tend
ist die Zeit am Ende der betrachteten Phase j (in s)
n
ist die Anzahl der Zeitschritte der betrachteten Phase
j
ist die Kennziffer der betrachteten Phase

3.5. Die mittlere RCB-korrigierte CO2-Emissionsmenge (in g/km) für jede Phase des anwendbaren WLTC ist anhand folgender Gleichung in Einheiten g/s auszudrücken:MCO2,jMCO2,RCB,jdm,jtj Dabei gilt:
MCO2,j
ist die mittlere CO2-Emissionsmenge von Phase j (in g/s)
MCO2,RCB,j
ist die CO2-Emissionsmenge aus Schritt 1 der Tabelle A7/1 des Unteranhangs 7 der betrachteten WLTC-Phase j, die gemäß Anlage 2 des Unteranhangs 6 berechnet wird, wobei es zu beachten gilt, dass bei Anwendung der RCB-Korrektur das Korrekturkriterium c unberücksichtigt bleiben muss
dm,j
ist die tatsächlich gefahrene Strecke der betrachteten Phase j (in km)
tj
ist die Dauer der betrachteten Phase j (in s).

3.6. Im nächsten Schritt muss diese CO2-Emissionsmenge (in g/s) für jede WLTC-Phase zu den nach Absatz 3.4. dieses Unteranhangs 6b berechneten mittleren Werten für Pm,j1 in Bezug gesetzt werden. Die für die Daten am geeignetsten Werte müssen mithilfe der Regressionsanalyse nach der Methode der kleinsten Quadrate berechnet werden. Ein Beispiel für diese Regressionsgerade (Veline-Gerade) ist in Abbildung A6b/1 dargestellt.

Abbildung A6b/1

3.7. Mit der fahrzeugspezifischen Veline-Gleichung-1, die nach Absatz 3.6. dieses Unteranhangs 6b berechnet wird, wird das Verhältnis zwischen den CO2-Emissionen in g/s für die betrachtete Phase j und der mittleren gemessenen Leistung am Rad für dieselbe Phase j bestimmt und durch folgende Gleichung ausgedrückt: MCO2,j = (kv,1 × Pm,j1) + Dv,1 Dabei gilt:
MCO2,j
ist die mittlere CO2-Emissionsmenge von Phase j (in g/s)
Pm,j1
ist die mittlere tatsächliche/gemessene Leistung der betrachteten Phase j, berechnet anhand von POVERRUN,1 (in kW)
kv,1
ist die Steigung der Veline-Gleichung-1 (in g CO2/kWs)
Dv,1
ist die Konstante der Veline-Gleichung-1 (in g CO2/s)

3.8. Im nächsten Schritt wird eine zweite POVERRUN,2 anhand folgender Gleichung berechnet: POVERRUN,2 = – Dv,1/kv,1 Dabei gilt:
POVERRUN,2
ist die zweite Überlastleistung (in kW)
kv,1
ist die Steigung der Veline-Gleichung-1 (in g CO2/kWs)
Dv,1
ist die Konstante der Veline-Gleichung-1 (in g CO2/s)

3.9. Alle für Pi und Pmi nach Absatz 3.1. dieses Unteranhangs 6b berechneten Werte unter POVERRUN,2 müssen auf POVERRUN,2 gesetzt werden, damit negative Werte ausgeschlossen werden können, die für die CO2-Emissionen irrelevant sind.

3.10. Die Werte für Pm,j2 müssen erneut für jede einzelne WLTC-Phase anhand der Gleichungen nach Absatz 3.4. dieses Unteranhangs 6b berechnet werden.

3.11. Es ist eine neue fahrzeugspezifische Veline-Gleichung-2 mithilfe der Regressionsanalyse nach der Methode der kleinsten Quadrate gemäß Beschreibung in Absatz 3.6. dieses Unteranhangs 6b zu berechnen. Die Veline-Gleichung-2 wird durch folgende Gleichung ausgedrückt: MCO2,j = (kv,2 × Pm,j2) + Dv,2 Dabei gilt:
MCO2,j
ist die mittlere CO2-Emissionsmenge von Phase j (in g/s)
Pm,j2
ist die mittlere tatsächliche/gemessene Leistung der betrachteten Phase j, berechnet anhand von POVERRUN,2 (in kW)
kv,2
ist die Steigung der Veline-Gleichung-2 (in g CO2/kWs)
Dv,2
ist die Konstante der Veline-Gleichung-2 (in g CO2/s)

3.12. Im nächsten Schritt müssen die Werte für Pi,j, die aus dem Sollgeschwindigkeitsverlauf stammen, für jede einzelne WLTC-Phase anhand der folgenden Gleichung berechnet werden:Pi,j2tendt0Pi,2n Dabei gilt:
Pi,j2
ist die mittlere Sollleistung der betrachteten Phase j, berechnet anhand von POVERRUN,2 (in kW)
Pi,2
ist die Sollleistung während des Zeitraums (i – 1) bis (i), berechnet anhand von POVERRUN,2 (in kW)
t0
ist die Zeit am Anfang der betrachteten Phase j (in s)
tend
ist die Zeit am Ende der betrachteten Phase j (in s)
n
ist die Anzahl der Zeitschritte der betrachteten Phase
j
ist die Kennziffer der betrachteten WLTC-Phase.

3.13. Anschließend wird die Differenz der CO2-Emissionsmengen für den Zeitraum j (in g/s) anhand der folgenden Gleichung berechnet: ΔCO2,j = kv,2 × (Pi,j2 – Pm,j2) Dabei gilt:
ΔCO2,j
ist die Differenz der CO2-Emissionsmengen für den Zeitraum j (in g/s)
kv,2
ist die Steigung der Veline-Gleichung-2 (in g CO2/kWs)
Pi,j2
ist die mittlere Sollleistung des betrachteten Zeitraums j, berechnet anhand von POVERRUN,2 (in kW)
Pm,j2
ist die mittlere tatsächliche/gemessene Leistung des betrachteten Zeitraums j, berechnet anhand von POVERRUN,2 (in kW)
j
ist der betrachtete Zeitraum j, bei dem es sich um die Zyklusphase oder um den gesamten Zyklus handeln kann

3.14. Die endgültige strecken- und geschwindigkeitskorrigierte CO2-Emissionsmenge für den Zeitraum j wird anhand der folgenden Gleichung berechnet:MCO2,j,2bΔCO2,jMCO2,j,1dm,jtjtjdi,j Dabei gilt:
MCO2,j,2,b
ist die strecken- und geschwindigkeitskorrigierte CO2-Emissionsmenge für den Zeitraum j (in g/km)
MCO2,j,1
ist die CO2 -Emissionsmenge für den Zeitraum j von Schritt 1, siehe Tabelle A7/1 in Unteranhang 7 (in g/km)
ΔCO2,j
ist die Differenz der CO2-Emissionsmengen für den Zeitraum j (in g/s)
tj
ist die Dauer des betrachteten Zeitraums j (in s).
dm,j
ist die tatsächlich gefahrene Strecke der betrachteten Phase j (in km)
di,j
ist die gefahrene Strecke während des betrachteten Zeitraums j (in km)
j
ist der betrachtete Zeitraum j, bei dem es sich entweder um die Zyklusphase oder um den gesamten Zyklus handeln kann.

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